Elementare intolerante Unsicherheit

Wir leben in einer Welt voller Unsicherheiten. Bankenkrise, Syrienkrise und jetzt auch wieder der arabische Frühling in seinen Grundzügen in der Türkei. In der Zeitung wird von sozialen Unruhen gewarnt. Wen wundert’s bei der hohen Arbeitslosigkeit unter den jungen Leuten? Und was mache ich? Ich sitze an der Universität und lerne, damit ich später einen schönen Job im Büro habe. Ich bin ein richtiger Feigling. Konflikt oder Kampf hab ich in meinem Leben nur spärlich gehabt. Und dort wo ich’s gehabt habe, dort kam ich mit mehr Glück als Verstand in Sicherheit. Versteht mich nicht falsch. Es ging bei mir nie um Leben und Tod. Es ging eigentlich ums Wesen, und dort hab ich immer gerne schnell einen Rückzieher gemacht. Und das lässt sich leider eins zu eins auf unsere Gesellschaft abbilden. Diese verwandelt jeden einzelnen von uns systematisch in einen Feigling. Und das ist der Sinn der Übung, das ist der Sinn des Bürgertums! Feiglinge sind einfacher zu managen. Menschen, die aus der Reihe tanzen, werden gebrandmarkt. Wenn die Masse ungehorsam demonstriert, dann muss man einfach nur etwas Panik auslösen oder wieder eine Gesellschaftsgruppe als Feindbild aufziehen und schon bewegt sich der Pöbel in die richtige Richtung.

Rückratlos und uneigenständig.

Was sind die Stärken unserer Gesellschaft? Nach dem schulischen und universitären Prozess stehen wir nun da und haben einen Abschluss. Für mich wirds leider nur ein Bachelor. Diplom würde sich doch viel besser anhören. Eine große Stärke, die unsere Gesellschaft vorgebracht hat ist die Toleranz. Toleranz in jeglichem menschlichen Aspekt hat uns enorm nach vorne gebracht. Intoleranten Menschen wird zumeist Unverständnis vorgeworfen. Ich bin vielleicht selbst ein kleines Stück intolerant. Doch tue ich mein bestes um dieses Stück Intoleranz zu verstecken. Nehmen wir mich einfach mal als Beispiel. Ich studiere jetzt schon seit 3 Jahren. Auf dem Zettel steht bei mir faktisch nichts. Die Universität siebt im großen Stil aus. Wer nichts leistet, fliegt. Trotzdem gibt es den einen oder anderen, der ohne etwas zu tun durch das Studium segelt. Aber was genau macht das Studium aus mir? Viele nutzen das Studium um sich selbst zu finden. Ich sehe im Studium viel mehr lauter Personen und Leute, deren Abbild ich später sicherlich nicht sein möchte.  Ist die Universität tolerant? Sind meine Kommilitonen tolerant?

Tolerant und gebildet.

Reflektion ist das A und O. Bin ich intolerant? Bin ich rückratlos? Wer entscheidet in meinem Leben. Ich selber oder besser jemand anderes? Ich werde die Woche mal kräftig in meinem Kopf nachschauen, ob ich zum Einheitsbrei der Gesellschaft gehören möchte oder ob ich einen anderen Weg einschlage.

Bis dahin.

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5 Gedanken zu “Elementare intolerante Unsicherheit

    1. Im Moment bewege ich mich in der Grauzone dazwischen. Viel mehr Spielraum lässt mein derzeitiges Leben nicht zu, ohne dabei ein Gesetzesbrecher zu werden.

      1. Ich komme ja aus der DDR – da hatten viele Leute immer nur Angst, vor der Stasi, vo rden Nachbarn, weniger um ihren Arbeitsplatz und so. Ich habe versucht, mich nicht von dieser Angst auffressen zu lassen – und zum Dank binich in der 11. Klasse aus der FDJ geflogen und wäre beinahe nicht zum Abi zugelassen worden. – Aber ich bin einigermaßen gerade und ehrlich geblieben – in diesem System nicht immer einfach.

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