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Penelope und ich

Seite 1 auf meiner Seele. Kurz zuvor bin ich auf die Welt gekommen als kleiner Stups. Ich kann nur noch schreien und ich hab dauernd Hunger. Glücklicherweise ist hier die Frau, aus der ich rausgerutscht bin. Hunger verdammt! Wann kapierst du das mal endlich? Und die Windel ist schon wieder voll. Naja, langsam mach ich mir schon Gedanken was das hier sein soll. Andauernd kommt so ein schleimiger Typ in mein Zimmer und gafft mir komisch ins Gesicht. Noch nie ein Baby gesehen? Ich glaub, es hackt!

Wunderbar! Nach all der Übung kann ich nun endlich auf meinen beiden Beinen stehen und durch die Gegend laufen. Aber warum ist hier alles abgesperrt? Traut ihr mir etwa nicht? Dieser schleimige Typ ist immer noch hier, aber glücklicherweise kann ich ihm nun aus dem Weg gehen. Naja, ich versuchs zumindest mal. Ach Mist! schon wieder gefangen. Nun könnte man mir mal endlich wieder das leckere Essen von vor einem Jahr geben. Ja bitte!!

Nun isses soweit. Ich kann singen, ich kann tanzen und ich kann endlich reden. Nur mein Sprachkanal ist leider noch etwas falsch eingestellt. Dann geh ich euch halt mit Kauderwelsch auf den Sack. Jaja, ihr versteht mich nicht und ich versteh euch nicht. Obwohl, den Namen meiner Hauptbezugsperson krieg ich sicherlich mit etwas Übung hin. Meine Hose ist voll! WUAHH. Bitte sofort Gegenmaßnahmen einleiten! Ich krieg hier langsam noch das kotzen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Hihi. Den Schleimbeutel gerade eben noch schleimiger gemacht. Achievement unlocked!

Heute sehe ich zum ersten Mal einen Kindergarten von innen. Von meiner Mutter wurde ich als Kind klassifiziert. Drum muss ich mich jetzt auch wie ein Kind benehmen und auch so sprechen wie ein Kind. Toll. Leider beschränkt mich der Wortschatz schon ungemein, aber was tut man nicht alles um nicht aufzufallen. Mein wunderbarer Erziehungsberechtigter hat sogar einen kirchlichen Kindergarten ausgesucht. Dann kann ich nach dem Spielen mir noch irgendwelche Halbtoten beim Singen reinziehen. Abgefahren!

Ich bin das schlauste Kind! Jetzt haben sie es endlich schriftlich. Und ich werde hochgestuft. Zumindest in der Schulform. Leider bleibt meine Klassifizierung bei „Kind“ doch nun mit dem Zusatz „Schüler“. Wir sollen mit keinen Fremden reden und auch keine Süßigkeiten von anderen annehmen. Wie soll ich das denn bitte eine Woche lang überleben. Man könnte uns klauen? Wer mic h klauen will, der muss schon dermaßen einen an der Waffel haben. In der Schule lernen wir die Geschichte unseres Landes und wir erlangen Kenntnis in der Arkanen Zahlenmagie. Abgekürzt heißt das dann Mathematik. Klingt wie zaubern, ist es auch ein Stück weit.

Alle meine tollen Freunde gehen auf eine andere Schule, weil sie schlussendlich zu DOOF sind um mit mir mitzuhalten. Hehe! Ich bin halt ein ganz helles Köpfchen. Jetzt dürfen wir auf die weitergehende Schule gehen. In meinem Fall ist das ein Gymnasium. Hier erwerben wir Kenntnisse in unheimlich wichtigen Fachbereichen wie: „Hauswirtschaft“ oder „Informatik“. Natürlich könnte ich mich auch in die Gartenabteilung entwickeln und ein Baumschubser werden. Doch dann wäre ich doch lieber auf die Waldorfschule gegangen. Hand aufs Herz. Sehr viel Respekt für die Waldorfschüler. Ich könnte diesen Scheiß keine Stunde aushalten. In der Politikstunde lernen wir Gut und Böse zu unterscheiden. Alles was nicht in der NATO ist: Gut. Der Rest: Bitterböse oder zumindest suspekt. Von nun an übernehme ich die Weltanschauung meines Politiklehrers für den Rest meines Lebens.

Mein erster Tadel in der 8. Klasse. Habe die Weltanschauung meines Politiklehrers etwas zu wörtlich genommen und habe eine neue Sitzordnung eingeführt. NATO und nicht NATO. Mein Lehrer fand das gar nicht mehr so toll, vorallem da wir jetzt die zwei afrikanischen Mitbürger viel zu stark ausgrenzen. In Deutsch lerne ich etwas über den Zauber der Lyrik. Mein Freund Otto hat eine Menge Gossenlyrik im Ärmel. Er wird später ein begnadeter Gangsterrapper. Arkane Mathemagie ist immer noch nicht mein Lieblingsfach aber ich leite mich oft genug ab um meinen Abschluss zu erhalten.

Tada! Mein erster Kuss. Allerdings nur für das Abiturfoto. Denn da wurde jeder freie Junge mit einem freien Mädchen für das Abiturfoto zusammengedoodelt. Fürchterlich. Allerdings interpretiert Zahnspangenkatharina das Küssen falsch und will mich mit ihrer Zunge ersticken. Zu Hilfe. Am reichlich gedeckten Büffet halte ich anregende Unterhaltungen über Freunde und Feinde der NATO. Anschliessend ist für jeden nochmal die Gelegenheit sein Abitur in die Kamera zu halten, gepaart mit einem wahnwitzigem Lächeln. An dieser Stelle sehr viel Respekt an Torsten, der für seine mega geniale Abiturpartyorganisation sein Abitur verkackt hat und leider nicht eingeladen ist. Natürliche Auslese!

Mit dem Abitur in der Tasche erstmal an der nächstgelegenen Universität eingeschrieben. Ich habe mittlerweile die Klassifizierung Student und darf nun zum nächsten Amt und mir Geld leihen, dass ich sowieso niemals zurückzahlen kann. Ausser ich entwickele mich zu etwas besonderem oder bekomme Geld aus zweifelhaften Kanälen. Und auf Anhieb zum Fachschaftsratsprecher gewählt. Schaut zu eurem Boss hinauf! Die Einteilung in NATO und nicht NATO gelingt an der Uni viel besser. Allerdings mache ich mir die gesamte Ethik-kommission der Uni zu meinen Feinden und darüber hinaus sieht der Gleichstellungsbeauftragte das Gleichgewicht gestört.

Der Bachelor war kürzer als ich gedacht habe. Ich erinner mich an keinerlei Wissen, das ich mir während der Studienphase angeeignet habe und gehe lieber mit meinen Kommilitonen saufen. Patschnass wache ich im Bett einer Hure auf. Damit hätten wir dann auch schon den ersten Sex besprochen. Nach meinem abgeschlossenem Master kann ich nun endlich meinen Job bei der NATO antreten und die Balance in unserer Gesellschaft wieder gerade rücken. Nur leider sind wir nun schon fast in den dritten Weltkrieg verstrickt und überall auf der Welt gibt es Aufstände. Dazu noch Giftgasangriffe gegen die Bevölkerung in einem brisanten Land. Hmm.

Mit der NATO hat es leider aufgrund meiner nicht vorhandenen Militärkarriere nicht geklappt. Trotzdem arbeitet es sich hier in meiner eigenen Wohnung recht schön. Die Prostituierte ist mittlerweile bei mir eingezogen, das spart Anfahrtskosten und vielleicht entwickelt sich ja auch was daraus. Sie hat mittlerweile auch eine Namen: Penelope. Nur weil’s so schön klingt. Nur Penelope ist leider maximal triebgesteuert. Sprich: Sie ist verrückt nach Sex. Nymphomanisch. Das führt leider zu ungewollten Sex im Tiefschlaf.

Meine Heimarbeitsplatzstory nimmt ein jähes Ende als man mich in der lokalen Presse verleumden lässt. Unerhört! Penelope ist mittlerweile auch schwanger mit zwei Kindern im Anflug. Richtig gelesen, zwei! Ich weiß nicht ob sich Kinder hinzuaddieren wenn man während der Schwangerschaft Sex hat. Sonst könnte das schnell zu einem zweistelligen Disaster werden. Ich bin ganz der Familienvater und achte auf meine Penelope. Penelope achtet leider nur auf das was zwischen meiner Hose ist und so gestalten sich die letzten drei Monate der Schwangerschaft relativ einseitig.

Ich bin Vater! Ich habe Verantwortung! Ich bin super! Juhu, mein Kind akzeptiert mich als sein Vorbild. Als Einjähriger bleibt ihm das auch nicht erspart. Das zweite Kind war leider ein Messfehler. Wir haben dann auch umgehend den Frauenarzt gewechselt. Ein Arzt mit zweitklassiger Ausrüstung. Unerhört!

Trotzdem hoffe ich, das mein Sohn ein besseres Leben lebt als ich. Denn in meiner gesamten Geschichte kommen meine Eltern nicht sehr oft vor. Und das liegt an unserem distanziertem Verhältnis. Alles was ich meinem Sohn wünsche, ist eine liebevolle Beziehung zu seinen Eltern.

Jeder stirbt alleine.

Stille Schreie sind die schlimmsten. Ich kann den Menschen nicht in ihre leichen-erstarrten Gesichter blicken, wenn nach 5 Tagen die Wohnung wegen ‚Gestanks‘ aufgemacht wird und mir ein Toter entgegenblickt. Der erste Griff ist meistens an die Nase. Wie traurig ist diese Welt? Niemand vermisste den alten Herrn Weinreich. Wobei das Prädikat alt mit 44 sicherlich nicht für jeden zutrifft. Aber Herrn Weinreich sah alt aus. Sterbensalt. Viel zu viel musste er miterleben. Die letzten Minuten waren besonders schmerzhaft. Aber lasst uns nicht von Herrn Weinreichs Ableben reden.. sondern viel mehr von seinem Leben.

Er hat versucht in dieser schäbigen, undankbaren Welt Fuß zu fassen. Ausbildung, danach an eine anerkannte Universität und schließlich der Traumjob mit 26. Ein erfülltes Leben. So scheint es nach aussen hin. Doch Herr Weinreich trug sehr viel Schmerz in sich drin. Da war der Sohn, der seinen eigenen Kopf hatte und die Familie ständig vor den Kopf stieß. Marvin war ein Hitzkopf und konnte einfach nicht seinen Mund halten. Selbst als Opa Weinreich verstarb meinte Marvin nur trocken: „Schade.“ Schulabbruch inklusive. Ein ganz verzogener Bengel. Christin war das Mustermädchen in der Familie, doch der Tod von Opa Weinreich änderte alles. Plötzlich ritzte sich Christin, plötzlich spielten Drogen ein großes Spiel in ihrem Leben. Und dann ging alles schnell. Falsche Kreise, Tod mit 16. Hier brach Herr Weinreichs Herz erneut. Der frühe Tod seines geliebten Vaters. Den Tod seiner eigenen Tochter mitzuerleben. Soviel Leid auf einmal.

Ist er schuld, dass sein Vater wegen mangelnder Pflege einen frühen Tod erleiden musste? Vielleicht. War er Schuld am Tod seiner eigenen geliebten Tochter? Vielleicht hätte man andere Erziehungsmethoden anwenden sollen, wenn einem die Tochter langsam aber sicher entgleitet. Aber was macht ein Vogel, der eingesperrt wird? Er bricht aus. Und genau so hat es Christin gemacht. Nur leider haben alle erzieherischen Mechanismen versagt. Was ist das bloß für eine Welt geworden? Für Herrn Weinreich gab es nach dem Tod seiner Tochter keine Freude mehr im Leben. Die Bowlingtruppe der Frühschicht war nur noch lästiges Beileben an einem Konstrukt genannt Gesellschaft.

Zur Arbeit gehen? Na klar, wie soll sonst noch Geld hereinkommen. Aber was macht man mit dem Geld, wenn man es nicht für seine Kinder ausgeben konnte. Marvin hat den Tod seiner Schwester nie verkraftet und musste anschliessend eingewiesen werden. Als kleinerer Bruder hat er sich immer an seiner Schwester orientiert. Die Vaterfigur war einfach immer zu schwach und bot ihm keinen Halt. Wie soll er auch irgendwem Halt geben. Herrn Weinreichs Jugend war geprägt von Arbeit und Schelte. Versagen wurde nicht geduldet. Hochgezüchtet zur Maschine. Ein perfekter Mensch für die Industrie der aufstrebenden 70 Jahre. Wo blieb die Zeit für die Kinder? Er musste funktionieren, wie man Kinder erzieht wurde weder gezeigt noch zeigte er jegliches Interesse an seinen Kindern. Sollten sie es genauso haben wie er früher und regelmäßig den Gürtel auf dem Oberschenkel spüren.

Lassen wir mal seine Ehefrau komplett aus der Lebensgleichung von Herr Weinreich heraus. Sie war nur in sein Leben gekommen und seine gesamte Kohle auf den Kopf zu hauen. Das dann sogar am Ende in der Karibik mit einem fremden Mann. Oder mehreren. Das entzog sich meines Wissens.

Herr Weinreich liegt nun da, in seinem eigenen getrockneten Blut. Neben seinem leblosen Körper liegt ein Bilderrahmen.

Eine Erinnerung an fröhlichere Tage.

Mediale Brennpunkte

Die Straße an der Ecke ist bewohnt von Ausländern,
die Glatzen blicken finster drüber und schmieden ihre Pläne.
Der türkische Kiosk abgebrannt, die Fenster eingeschlagen,
die mediale Empörung ist riesengroß.

Der Platz vor dem Bahnhof gespickt mit Kinderschändern,
die Laura verschwand und der Rechtsstaat vergoß keine Träne.
Auf Bewährung frei, Resozialisierung mit eigenem Wagen,
die mediale Empörung ist riesengroß.

Ein schwerkranker Mensch wartet auf einen Organspender,
lange Wartezeiten, dazu noch tagelang Migräne,
Reichtum hat Vorrang, mächtige Wut im Magen,
die mediale Empörung ist riesengroß.

Trost

Und wir sind wieder am Anfang. Doch wo war der Anfang und woran erkennt man das Ende? Mein Ende hat sich schon lange vorher angekündigt. Mir wurde das Leben geschenkt, doch ich nahm es nie an. Ich versteckte mich vor der Verantwortung und verriet meine besten Freunde. Und das hier scheint nun die Strafe für meine Torheit zu sein. Ich bin verloren in meinen eigenen Gedanken, die mittlerweile ihr eigenes Leben entwickelt haben. Ich war mit meinem besten Freund nach einer durchzechten Nacht auf einer öffentlichen Toilette aufgewacht. Mit der Polizei auf den Fersen. Minuten später sitze ich unter einer Brücke und bemitleide meine jämmerliche Existenz.

Das alles sollte wohl nur ein Prolog sein. Ein Prolog zu meinem eigenen Wahnsinn. Jeder schaufelt sich doch mittlerweile sein eigenes Grab. Wir essen zu fettiges Essen.. wir sind stolze Raucher und Säufer. Wir schmeißen unser Leben doch selber auf den Müll und verschenken keinen Gedanken an Menschen, die nicht mit einer Wahl aufgewachsen sind. Manche Menschen wollen Leben und tun alles was sie können um ihr Leben erträglicher zu machen und wir versuchen alles mögliche in der Welt um unser Leben zu verkürzen. „Live the moment.“ Schon klar. Man lebt nur einmal aber was ist unsere Bestimmung, was ist unser Ziel? Ich darf mir solche Fragen nicht mehr stellen.

Es fing an als ich um Haaresbreite mein Abitur bestand. Eigentlich sogar davor, denn die Zulassung hätte sicherlich nicht geklappt, wenn ich nicht einen Lehrer von meinen Absichten überzeugen konnte. So konnte ich die 0 Punkte zum Halbjahr abwenden und war weiterhin voll und ganz zugelassen fürs Abitur. Doch sogar da machte ich einen Rückzieher. Lernen ist was für Schwächlinge und Nerds. Ich bin kein Nerd also muss ich nicht lernen. Wochen und Monate verschwand ich im Kosmos der Gedanken. Ich regierte Länder, ich baute Armeen und ich zog in die Schlacht. Doch gegen wen zog ich in die Schlacht? Ist der Tod nicht unser gemeinsamer Feind.. ein Feind der alle Menschen verband? Kriege sprechen eine andere Sprache.. doch was ich tat, kann man bei weitem nicht als Krieg bezeichnen.

An einem Punkt war ich Auslöser eines internationalen, virtuellen Krieges. Ich wurde als persona non grata abgestuft und geächtet. Alles in meiner kleinen eigenen Welt. Die öffentliche Toilette, die Brücke. Die Stadt und der Bauernhof. Das sind alles Schauplätze meiner Selbst. Kennt ihr das? Ihr lauft durch den Vorort und findet einen Ort, der nahezu magisch ist? Ich kenne viele dieser Orte. Ich habe Menschen an diesen Orten zerbrechen sehen.. ich habe sie sterben sehen. Der Zug hat kein Mitleid. Ein Zug folgt nur seiner Wegstrecke. Wenn man im Weg steht, dann hat man verloren. Leider stehen die meisten freiwillig vor diesem Zug.

Vielleicht ist das alles die Entschuldigung, warum ich nun an diesem Punkt bin. Ich habe zuviele Sachen aufgeschoben und hab mich geweigert zu verarbeiten. Mich geweigert mich jemals weiter zu entwickeln. Ich bin auf dem Stand eines Fünfjährigen, der sich weigert erwachsen zu werden. Das Kind in mir stößt jegliche Verantwortung ab und setzt seinen Kopf durch. Zum Leid meiner gesamten Umwelt. Und das hier ist dann wohl der Preis, den man zahlen muss.

Ich bin weit umhergewandert. In diesem großen Nirvana gibt es tatsächlich alles. Die alte Halle, dort wo ich mein Abitur gefeiert habe. Selbst die Feier kann ich nacherleben, aber es fühlt sich nicht echt an. Es ist eine Wiederholung .. wer schaut schon gerne Wiederholungen. Ich würde gerne manche Dinge anders machen, doch ich bin an die Wiederholung gefesselt. Ich kann immer nur den selben traurigen Moment nacherleben. Das Gleisbett hinter dem Wald. Dort wo ich meinen einzigen besten Freund verlor. Die Gleise summen leise vor sich hin. Warum habe ich nie eine Phobie gegen Züge und Bahnen entwickelt. Warum kein Hass für diese Monstrositäten, die mir alles genommen haben.

Oft kam mir in den Sinn eine Zeitmaschine zu entwickeln.. Nur leider ist das technisch (noch) nicht möglich. Man kann nicht zurück in die Vergangenheit und die Sache gerade rücken. Was für mich gerade ist, birgt vielleicht für jemand völlig anderes ein Risiko. Die einzige Möglichkeit in die Vergangenheit zu reisen sind die eigenen Gedanken. Eine Person lebt so lange, wie man sie im Gedächtnis hält. Und ich halte dich immer in Gedanken. Solange ich atmen kann. Ich nehme gerne alle Schuld auf mich. Du bist vor den Zug gesprungen, weil ich dir nicht zuhören wollte, wenn es am wichtigsten gewesen wäre.

Es tut mir leid.

Sinatra, Datamapper und MySQL: Sinatra einrichten.

Dann bauen wir doch mal eine Webseite mit Sinatra. Dieses kleine Ruby Webframework imponiert mir schon seit einiger Zeit. Also hab ich mir mal einen Ruck gegeben und schreibe dieses kleine Tutorial. Nix großartiges, nur einfach die Verknüpfung von Sinatra mit meiner MySQL Datenbank mittels Datamapper.

Aber zuerst:
http://www.rubyinstaller.org – und hier bitte Ruby 1.9.3 herunterladen und installieren, wenn ihr es nicht schon längst draufhabt.

http://www.apachefriends.org/de/xampp.html – hier könnt ihr xampp runterladen. Das ist quasi, php, mysql kombiniert. Das PHP interessiert uns heute mal nicht, sondern wir abusen nur den MySQL Teil 😉
Beim Ruby installieren bitte drauf achten, dass Ruby in den PATH eingetragen wird.
Xampp installieren und jeweils Apache und MySQL im Kontrollcenter starten. Fein gemacht! Jetzt gehts ans eingemachte.

Die Kommandozeile öffnen. (cmd) Dort dann folgendes rein:


gem install sinatra

Ruby-Module sind bequem als Gem automatisch installierbar. So auch unser Sinatra. Nicht wundern das etwas mehr installiert wird… gem install löst auch entsprechende Abhängigkeiten auf. Damit sind unsere Voraussetzungen jetzt erfüllt und wir können weitermachen.

IDE eurer Wahl öffnen und folgendes in eine leere Textdatei rein:


require 'sinatra'

get '/' do
"Hallo Welt"
end

speichert diese dann als ‚app.rb‘ ab und startet sie aus der Kommandozeile


ruby app.rb

Öffnet jetzt einen Webbrowser eurer Wahl und navigiert zu http://localhost:4567

 

Willkommen bei Sinatra 🙂
Ins Detail gehen wir dann nächstes mal.

Klausurplan SS 2013

Tja, und schon hab ich meine Klausuren geplant für dieses Semester. Ich werde sieben Klausuren über den Zeitraum von 60 Tagen schreiben. Darunter Mathe, BWL, Programmieren und Programmierplanung.
Mit BWL fängts an und mit HTML5 gehts zuende. Das klingt nach Spaß oO. Ich freu mich. Wenn ich zurückblicke, dann wäre ich sicherlich jetzt an einer FH und nicht an der Uni. Das ist einfach etwas über meinem Niveau. Ja ich gebs zu, ich bin faul und dumm. Und Universität mag keine faulen und dummen. Aber wer mag die schon ..

Reiner und Harry: Gefangen im Limbo

Meine Füße zeigen gen Himmel. Warum eigentlich? Nach zwei durchzechten Nächten und ordentlich viel Vodka in der Happy-Hour muss ich leider feststellen, dass mir mein Handy abhanden gekommen ist. Und Bargeld.. viel Bargeld. Aber das habe ich nicht verloren sondern ausgegeben. Harry sitzt mir schon fast auf dem Schoß und flüstert von der schönen Weißrussin an der Theke. Dieser Raum sieht nicht wie eine Bar aus. Wo zum Teufel bin ich? Ein stechender Schmerz zieht sich durch meinen Körper. So viel Schaden kann Alkohol alleine nicht anrichten. „Habe ich mich schon wieder geprügelt?“, frage ich Harry, der im Gegensatz zu mir sein Handy noch besitzt.

Harry fängt an zu kichern .. wie ein kleines Mädchen. „Ja, aber du solltest dir demnächst vielleicht Gegner aus deiner Kategorie auswählen.“

Ich suche meinen Körper nach Blessuren ab. Aber keinerlei blaue Flecken, nur ein paar Macken an der Faust. Ah doch hier. Blutspuren! Ich halte Harry meine rechte, leicht blutverschmierte Faust vor die Nase. Er setzt seine Skyrim-Stimme auf und brüllt: „Das war das Blut des Feindes.“ Ich zucke mit den Schultern. Solange es nicht mein eigenes Blut ist… Also mal wieder einen Win eingefahren, denke ich. Ich raffe mich langsam auf und versuche mich wieder etwas lebendiger zu fühlen.. doch meine Beine machen mir einen Strich durch die Rechnung. „Hey, nicht so hastig mein Kamerad.“, bremst mich Harry während ich unsanft auf den Boden zurückfalle. Moment. Ich liege auf dem Boden? Endlich nehme ich mein Umfeld wahr. Kaltes Licht, eine Spüle und ein Handtuchhalter. „Harry, was machen wir auf denn auf der Toilette?“ Kichern. Danach Stille.

„Ja, wir mussten vor den scheiss Bullen fliehen. Die haben echt keinen Spaß verstanden. Da bot sich die öffentliche Toilette am Marienplatz an. Die letzten 50m musste ich dich ja ziehen, so kackbesoffen warst du. Du Fisch. Höhö..“

Polizei? Flucht? Was ist passiert letzte Nacht? Harry war nicht bekannt für Liebe zum Detail. Er lenkte das Gespräch wieder auf die Weißrussin. „Ey, was die fürn Arsch hatte. Ich hoffe die ist gleich noch im Club. Ich würde die jetzt schon durchnehmen, wenn die hier wäre. Bam, Bam.“

Dieses Wochenende mit Harry war mein größter Fehler, bis jetzt.

Die Gesundheit ist das allerwichtigste.

Ein Post der persönlichen Sorte. Ein sehr enges Familienmitglied wurde am Wochenende ins Krankenhaus eingeliefert. Während man natürlich am Wochenende weniger Untersuchungen durchführt, kam es jetzt Anfang der Wochen zu einer Operation. Ich sehe Operationen immer zwiegespalten entgegen. Einerseits sind sie notwendig andererseits kann man damit auch mehr kaputt machen als das man hilft. Wie in diesem Fall leider geschehen. Nach der OP gab es eine kurze Besserung des Allgemeinzustands und nun zwei Tage später ist alles noch viel schlimmer als es vorher war. Ich bin kein Arzt und wollte nie einer sein und ich möchte keinen Arzt seine fachliche Kompetenz absprechen. Aber in Situationen wie diesen bin ich echt ein wenig enttäuscht aber auch gleichzeitig begeistert wie einzigartig jeder einzelne von uns ist. Der Arzt meint nämlich: Wir wissen noch nicht genau mit was wir es zu tun haben. Das kann vieles heißen und im schlimmsten Fall böse enden.

Mir tut es in der Seele weh, einen Menschen, der im normalen Leben ein hartgesottener Typ ist und auch einiges einstecken kann, da liegen zu sehen, wie er sich in Schmerzen windet. Das kann doch nicht der Sinn der Übung sein. Ich hasse Krankenhäuser, obwohl ich bisher nur eine Person verloren habe, die mir wirklich wichtig war. Und leider viel zu früh. Und das war auch nicht im Krankenhaus sondern an einem groteskeren Ort. Aber hier gehts um das Wohl meiner Familie. Ich hab als Kind nie verstanden warum in meiner Karte: „… und vorallem Gesundheit.“ drinstand. Heute weiß ich das mehr als jeder andere sich vorstellen kann. Die Gesundheit ist das allerwichtigste. Wir haben nur ein Leben und das sollte im Vordergrund stehen.

… 😦

Die League of Legends Community – Ein Moba Trauerspiel

Hallo liebe Freunde,

heute werd ich mal aus gegebenen Anlass über League of Legends stänkern. Wir dürfen alle Icefrog und Blizzard danken. In der „Dota Karte“ bei Warcraft 3 wurden die ganzen Moba-Junkies geboren. Techies spielen, mit der Drow Ranger rumtrollen. Alles war möglich. Ich habe es selbst miterlebt. Man konnte den Helden nehmen, den man wollte. Man konnte spielen wie man wollte. Bei einem Spiel hatten wir 5 Leute auf einer Lane. Wen interessierts? Heutzutage leider etwas anderes. In den Moba Spielen herrscht ein rauer Umgangston. Von harmlosen „Ich bin besser als du.“ bis hin zu „Ich ficke deine Mutter und dann töte ich deine Familie.“ Nur was bewegt die Spieler dieser populären Spiele zu solchen Äusserungen?

Wenn du den schon wieder verfehlst, dann zertret ich dir dein Fickmaul.

Man hat es nicht leicht heutzutage. In der verwöhnten Gesellschaft zählt nur noch der Sieg. Faire Gewinner? Haha, du bist zu dumm zum gewinnen also verdienst du den Hohn und Spott. Oder? Leider sieht die Realität in den Moba’s genau so aus. Ein Großteil der Spieler entlädt seine Wut in Mitspieler und Gegenspieler. Selber ist man ja nie schuld. Und so nimmt das Gefluche und das Gemaule seinen Lauf. Vor rassistischen Äusserungen oder schwer verletztenden Worten macht keiner mehr Halt. Jeder ist ein dummes Judenschwein, das vergast gehört. Hallo geht’s noch? Doch wie kann man das erklären? Hier hilft mal wieder die Anonymität des Internets. Warum soll ich mich zurücknehmen? Ich habe ja auch kein Echo zu ertragen: Keine strafrechtliche Verfolgung und schon gar nicht eine aufs Maul. Man versteckt sich ja bequem hinter einem Pseudonym. Und man kostet diese Anonymität in vollen Zügen aus. So scheint es mir zumindest.

Sag mir wo du wohnst, ich fahr vorbei und töte deine Eltern

Woher kommt dieser Hass? Man kann nur mutmaßen. Einerseits steht es jedem frei sogenannte Mobas zu spielen. League of Legends und Heroes of Newerth sind jeweils free2play. Somit hat eine breite Masse Zugriff auf das Spiel. Dann hat es sicherlich noch mit den laschen Bestrafungsmethoden der Moba’s zu tun. Wenn man bei LoL auffällig wird, dann wird per Algorithmus ein sogenanntes spielergeführtes Tribunal eingerichtet. Dort können dann Spieler aufgrund des Chatlogs und der Beschreibung der Auffälligkeit. Die Spieler entscheiden auf schuldig oder unschuldig und aufgrund der Mehrheit der Stimmen wird dann das Urteil gefällt. Soweit die Theorie… aber hält das Spieler vom Beleidigen und Fluchen ab? Scheinbar schon. In jedem Spiel findet man im Durchschnitt einen „auffälligen“ Spieler. Im Regelfall beziehen sich die Beleidigungen auf das Unvermögen der anderen Spieler. Ich bin besser als du, also lass mich diese Schlüsselposition spielen. Ich bin besser als du, also spiele ich diesen Helden. Es werden Urteile gefällt und natürlich ist man sich selbst immer der nächste. In einem vorherigen Beitrag habe ich von Toleranz gesprochen und auch den Konsequenzen von Intoleranz. Man wird geschasst. In unserer Gesellschaft passiert das relativ schnell. Wenn ich mich über eine Minderheit in der Öffentlichkeit sehr harsch äußere oder die Mutter von jemandem beleidige, dann hat das Konsequenzen. Unmittelbare Konsequenzen: Ich krieg eins auf die Fresse. Spätfolgen: Ich werde womöglich verklagt und vors Gericht gezerrt.

Du Hurensohn kriegst doch eh nix zu stande. Beschissene Unterschicht.

Unsere Internethelden verstecken sich also weiter. Beleidigen munter drauf los und werden dafür allenfalls mal verwarnt. Für mich greift das Signal nicht. Man kann nicht Einzelfälle durch einen Algorithmus ahnden lassen. Wo kämen wir denn hin wenn unsere Gerichte nach diesem Prinzip handeln würden. Anderenfalls kann man sich die Mobas auch als kleine eigenständige Gesellschaft ansehen. Und dort trudeln halt im Sekundentakt die Anzeigen wg. Beleidigung herein. Und um diese Masse überhaupt abzuarbeiten bedarf es nun mal Algorithmen. Die Frage die bleibt: Warum? Warum rasten Menschen regelrecht aus bei Mobas? Wahrscheinlich ist es genau die Komponente, die sie nicht beeinflussen können. Um zu gewinnen, müssen alle an einem Strang ziehen. Wir müssen uns auch vor Augen halten. Die Mobas sind eine Parallelgesellschaft in der Werte wie Toleranz nicht mehr zählen. Im Internet ist man die Person, die man gerne sein möchte. Und im Fall von Moba’s sind leider die meisten Menschen egoistisch und überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten maßlos. Und natürlich zieht jeder andere im Vergleich den kürzeren. Würde jemals einer zugeben, dass er schlechter ist als ein anderer ihm völlig unbekannter Mensch?

Wohl kaum.